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PROMOVIERENDENTAGE zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte
Methoden, Inhalte und Techniken im Umgang mit Streitgeschichte

Die Promovierendentage


Die Promovierendentage bieten alljährlich ein Forum für zeithistorische Debatten zu inhaltlichen Kernfragen des Forschungsfeldes: Welches sind die aktuell relevantesten zeithistorischen Themen und Streitpunkte? Was wird davon Bestand haben, also auch künftig relevant sein? Daneben geht es darum, die Rahmenbedingungen des Promovierens in der Zeitgeschichte individuell zu optimieren.

Die 8. Promovierendentage fanden vom 26. – 29. Juli 2012 statt und widmeten der visuell-grafischen Vermittlung von geschichtswissenschaftlichen Themen. In einem dreitägigen Workshop produzierten die Teilnehmenden unter Anleitung der Grafikdesignerin Konny Keller und des Autors und Redakteurs Jochen Thermann ein wissenschaftliches Poster zum eigenen Dissertationsthema. Veröffentlicht sind die Ergebnisse dieser Arbeit in der Rubrik "Promotionsprojekte". Neben mehreren begleitenden Vorträgen fanden zwei öffentliche Veranstaltungen statt: Ein Podiumsgespräch zum Thema Europa- und Nationalgeschichte mit Prof. Dr. Bernd Faulenbach eröffnete am 26. Juli die 8. Promovierendentage. Zum Abschluss diskutierten am 29. Juli Prof. Dr. Rainer Eckert, Dr. Christel Panzig und Dr. Stefan Wolle die Frage „Wie aktuell sind lokale Geschichtshäuser.









Seit 2005 versammeln sich unter dem Titel „Promovierendentage zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte“ jährlich Promovenden und Promovendinnen in Wittenberg. Veranstalter des Treffens sind das Institut für Hochschulforschung an der Universität Halle-Wittenberg (HoF) und die Bundesstiftung zu Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Promovierendentage dienen vorrangig dem übergeordneten Ziel, die Einbindung der DDR-Forschung in die allgemeinen Standards, Trends und Konzeptionen deutscher und europäischer Zeitgeschichtsforschung nach 1945 zu fördern. Diese Einbindung ist eine zentrale Voraussetzung für die Kontinuitätssicherung des Forschungsfeldes. Zugleich ist die inhaltliche und vernetzende Unterstützung der Promovierenden, die sich mit der Geschichte der DDR und der deutschen Teilung befassen, besonders relevant: Häufig sind die Promovenden dieses Forschungsfeldes zwar gut in ihre jeweiligen Heimatfächer integriert, dort aber mit ihrem spezifischen Thema zugleich auch solitär.
Die Promovierendentage verbinden den inhaltlich-thematischen mit dem persönlichen Austausch unter den Doktorandinnen und Doktoranden, um ihnen auf diese Weise bereits im Stadium des Promovierens die Möglichkeit zu eröffnen, aktiv die eigene Vernetzung innerhalb des Forschungsfeldes zu fördern:
  • Erstens bietet die Veranstaltung deshalb ein Forum für zeithistorische Debatten zu inhaltlichen Kernfragen der Disziplin: Welches sind die derzeit relevantesten zeithistorischen Themen und Streitpunkte? Welche diesbezüglichen Forschungstrends lassen sich identifizieren? Welche theoretischen Konzepte stehen im Vordergrund und sind für eine erfolgreiche Promotion hilfreich? Zugleich stehen unterschiedliche Methoden und Techniken des Promovierens zur Zeitgeschichte und somit die handwerkliche Seite des Promovierens auf der Tagesordnung. Diskutiert werden diese Themen und Fragen u.a. während des Podiumsgesprächs, das unter der Mitwirkung namhafter Professorinnen und Professoren, Journalisten, Verleger, selbstständiger Historiker und Sozialwissenschaftler die Promovierendentage jeweils offiziell eröffnet. Weitere Einzelvorträge kommen im Verlauf der Veranstaltung hinzu.
  • Zweitens geht es darum, die politischen, sozialen und persönlichen Rahmenbedingungen zu thematisieren, mit denen Doktoranden während ihrer Promotionszeit konfrontiert sind. Insbesondere die Diskussion von typischen Problemen während der Promotionsphase soll ermöglicht werden. Integraler Bestandteil der Veranstaltung ist deshalb die „Stellvertreteridee“: Sie beinhaltet, dass jeweils zu Beginn der Veranstaltung sogenannte Stellvertreterpaare unter den Promovierenden gebildet werden. Das Anliegen ist, innerhalb dieser Paare im Verlauf der Veranstaltung einen persönlichen Austausch über Inhalt und Rahmenbedingungen des Promovierens zu ermöglichen. Unmittelbares Ziel ist dabei, das eigene Promotionsvorhaben und die Rahmenbedingungen, unter denen die Dissertation erarbeitet wird, so verständlich zu machen, dass es von dem jeweiligen Stellvertreter – dem Partner im Stellvertreterpaar – während der späteren Stellvertreterpräsentationen vorgestellt werden kann. Darüber hinaus soll sich der Austausch aber nicht auf inhaltliche und formale Punkte beschränken, sondern auch die atmosphärischen Rahmenbedingungen des Promovierens thematisieren. Letzteres ist auch Thema der sogenannten Morgenrunden, mit denen jeder neue Tag der Veranstaltung jeweils beginnt.

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